[Rezension] Schmetterling aus Staub - Anna Palm


Infos zum Buch:
Autor/-in: Anna Palm
Preis: 14,95€
Seitenanzahl: 344
Verlag: Schwarzkopf&Schwarzkopf
Reihe: Einzelband

Klappentext:
Die Stadt, in der die 16-jährige Mika lebt, gleicht dem Paradies: Blumen blühen überall, die Menschen lächeln einander freundlich an und die Sonne scheint 365 Tage im Jahr. Dennoch ist Mika nicht glücklich. Seit sie vor acht Jahren am staatlich angeordneten Persönlichkeitstest teilnehmen musste, ahnt sie, dass die Realität außerhalb von Seelenheide ganz anders aussieht, als sie das Fernsehen glauben machen will. Ihre Vermutung bestätigt sich, als eines Tages ein fremder Junge auf der Mauer in ihrem Garten sitzt. Aaron gehört zu den »Risi­kos«, die als Kinder von ihren Eltern getrennt werden, weil sie sich zu Freidenkern entwickeln könnten. Die Regierung hat Angst vor ihnen, nennt sie Verbrecher und sperrt sie ein. Aaron konnte fliehen und will nun das System stürzen, das ihn und Tausende andere aussortiert hat. Mika ist vom ersten Moment an fasziniert von Aaron und begibt sich mit ihm auf die gefährliche Mission. Doch schon bald muss sie sich nicht nur mit Kopfgeldjägern auseinandersetzen, sondern auch mit Janna, die bei dem Test zum »Machtmenschen« erkoren wurde.

Erster Satz:
"Ich hatte mein schönstes Kleid an."

Meine Rezension:
 Deutschland, wie wir es heutzutage kennen, gibt es nicht mehr. Nach einer Epidemie ist die Bevölkerungzahl so drastisch gesunken, dass es seitdem vier große Städte und vier Kategorien von Menschen gibt: Harmonie, Macht, Ehrgeiz und Risiko. Regiert wird Alemania nun durch eine Diktatur, Oberhaupt ist Caesar.
Jedes Kind im Alter von 8 Jahren muss zu einem Persönlichkeitstest, um selektiert zu werden, in diesem Test wird festgestellt, zu welcher Kategorie es gehört. So passiert es oft, dass Kinder von ihren Familien getrennt werden.

Genau das wollte die 16-jährige Mika nicht. Tag für Tag verhält sie sich mustergültig wie ein Harmoniemädchen, auch wenn sie im Inneren damit hapert, denn mit vielem ist sie nicht einverstanden. So kommt ihr der tägliche Sonnenschein und die umherschwirrenden Schmetterlinge nicht echt vor, doch zum Wohle von Seelenheide verhält sie sich, wie es jeder tut: unauffällig und harmonieliebend.
Als ihr dann plötzlich die Freiheit angeboten wird und sie sich frei entfalten kann, wirkt sie unsicher, naiv, kindisch und weinerlich, da sie mit der neuen Situation überhaupt nicht klarzukommen scheint. In der Harmoniewelt konnte sie nicht leben, aber mit Stresssituationen kommt sie genauso wenig klar, jedoch pendelt sich ihre geballten Gefühle schnell ein, sodass man sie als Leser wieder ernst nehmen kann.

Mikas neues Leben beginnt damit, dass sie den Risikojungen Aaron kennenlernt. Als er eines Tages bei ihr auf der Mauer auftaucht und sie befreit, ist nichts mehr wie vorher. Aaron möchte die Caesar vom Thron stoßen und die Selektion stoppen, um seinen Plan umsetzen zu können, braucht er von jedem der vier Städte einen Jugendlichen, denn nur mit allen vier Eigenschaften vereint können sie etwas erreichen.
Als Leser geht man mit gewissen Vorurteilen an die Gruppe der Risikos heran, weil man durch Mika erfährt, dass sie kannibalische, grausame, verbrecherische Monster sein sollen. Doch schon nach kurzer Zeit merkt man, dass Aaron nicht in dieses Schema passt, er ist ganz anders und möchte diese Diskriminierung beenden.

Noch mit von der Partie sind Janna, ein Machtmädchen, die gemein, arrogant, unfreundlich und schrecklich ist. Sie behandelt Mika wie Dreck und versucht ihre eigenen Wünsche erfüllt zu bekommen, ganz weit oben steht dabei der Wunsch, sich an Aaron heranzuschmeißen. Selbst als Leser weiß man nicht, ob man ihr trauen kann.
Die Ehrgeizmenschen werden durch Finn vertreten, einen wissbegierigen, intelligenten Jungen. Doch insgeheim sehnt er sich nach einem sozialen Leben mit vielen Kontakten, in dem man wahrgenommen wird, und dafür kommt Aaron mit seinem Plan genau rechtzeitig.

Auch wenn die Handlung an manchen Stellen recht oberflächlich bleibt und einige Elemente nicht ausreichend erklärt werden, ist die Geschichte einzigartig. Man wird mit einer weiten Spanne von Gefühlen regelrecht überschüttet. So ist man einmal glücklich, ist man kurze Zeit später wütend und tottraurig. Diese Gefühlsbreite hat mir sehr gut gefallen und lässt einen das Buch verschlingen.
Fragt man sich zu Beginn, wie Aarons Plan funktionieren kann, so wird man mit dem Fortlauf der Geschichte immer wieder überrascht und im Showdown bringt die junge Autorin noch einmal alles ein, was möglich ist.

Gibt es in der Handlung ein paar Mängel, gleicht der Schreibstil diese wieder aus. Die Autorin beschreibt sehr bild- und lebhaft, sodass man sich die farbenfrohe Welt in Alemania sehr gut vorstellen kann. So wirkt die erschaffene Welt greifbar und lebhaft. Es macht Spaß, die Geschichte zu lesen!

Fazit:
Eine Dystopie aus Deutschland, die den Leser mitreißen kann, auch wenn es kleine leichte Mängel gibt. Es macht jedoch unheimlich Spaß, mit Mika und Aaron sich ins Abenteuer zu stürzen.

4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Hey :) hab dich getaggt ♥
    Http://bowsandfairytales.blogspot.de

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    1. Hallo,
      danke, aber dieser Tag spricht mich leider nicht so an.

      LG Caro

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  2. Von dem Buch hab ich noch nie was gehört, aber es klingt irgendwie ähnlich wie Die Bestimmung, also mit den vier Kategorien von Menschen, da gibt es ja bei Die Bestimmung diese Fraktionen...
    Naja, aber mit den Charakteren und dem Schreibstil hast du mir jetzt irgendwie echt Lust auf das Buch gemacht... :)
    Ich denke, ich werde es auf jeden Fall irgendwann mal lesen ;)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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